Olaf Gersemann, Jahrgang 1968, berichtet seit 1999 als Korrespondent für die Wirtschaftswoche aus Washington, D.C. Zuvor hat er Volkswirtschaftslehre in Köln und Dublin studiert und für das Handelsblatt und die Wirtschaftswoche in Düsseldorf gearbeitet. Im Jahr 2001 wurde er mit dem Ludwig-Erhard-Förderpreis
für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet.
Preis: 34,90 €
"Amerikanische Verhältnisse"? Nur das nicht. Von Gerhard Schröder bis Edmund Stoiber, von Michael Sommer bis Guido Westerwelle: Sie alle warnen vor "amerikanischen Verhältnissen". Amerika, so lautet der Grundkonsens in Deutschlands wirtschaftspolitischer Debatte, kann kein Vorbild sein: Ein paar mehr Jobs mögen dort geschaffen werden, und bisschen mehr Wirtschaftswachstum - doch dafür bezahlt das Land mit unakzeptabler sozialer Ungerechtigkeit und Unsicherheit. Olaf Gersemann greift die gängigen Vorurteile über Amerikas angeblichen Cowboy-Kapitalismus auf - und zeigt: Die meisten sind Mythen, viele andere nur Halbwahrheiten. Ein eingehender Leistungsvergleich offenbart vielmehr: Nur bei wohlwollender Auslegung kann überhaupt davon die Rede sein, dass Deutschland im Vergleich zu Amerika mehr soziale Gerechtigkeit und mehr soziale Sicherheit schafft. Sicher ist dagegen: Den Preis, den Deutschland für sein Modell in Form von magerem Wirtschaftswachstum und skandalös hoher Unterbeschäftigung zahlt, ist gewaltig.